logo
  • Home
  • Senden
  • Drucken
  • Kontakt
  • English
  • Français
  • Deutsch
Ok
  • Über uns
  • Mitglieder
  • Media
  • Links
  • Netz
Home›Media›Nachrichten
  • Nachrichten
  • 2011
  • 2010
  • 2009
  • 2008
  • 2007
  • 2006
  • 2005
  • 2004
  • 2003
  • 2002
  • Pressemitteilungen
  • Abonnieren Sie sich
  • Veröffentlichungen
  • Media-Kit

Die Privatbankiers: eine einmalige Alternative in der Bankenlandschaft

Mediengespräch der VSPB – 12. Januar 2012

Nicolas Pictet, Teilhaber, Pictet & Cie
Präsident der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers

 

Unsere traditionelle Pressekonferenz findet dieses Jahr in einem Umfeld statt, das vielleicht das schwierigste der vergangenen
Jahrzehnte ist.

 

Die Schwierigkeit beruht auf verschiedenen Ursachen, die sich addiert haben:


  • Eine erste Ursache ist konjunktureller Natur: Grégoire Bordier wird in seinem Referat darauf zu sprechen kommen. Die Stichworte lauten Schuldenkrise, Überalterung der Bevölkerung und Eurokrise.
  • Eine zweite Ursache ist regulatorischer Art: Dazu wird sich Christoph Gloor in einem Moment äussern. Er wird aufzeigen, wie wir reagieren und wo wir besonders wachsam sein müssen, damit die Schweiz wettbewerbsfähig bleibt.
  • Und letztlich gibt es eine strukturelle Ursache; darüber und über einige Grundtendenzen möchte ich sprechen.

 

Zuerst möchte ich jedoch ein aktuelles Thema kommentieren: Die Anschuldigungen gegenüber mehreren Banken in den USA, unter denen sich auch ein Privatbankier befindet. Ich möchte verschiedene Punkte hervorheben:

 

  • Erstens steht es mir nicht zu, Kommentare über ein bestimmtes Finanzinstitut abzugeben. Es ist an den Banken, deren Mitarbeiter beschuldigt wurden, sich zu den gemachten Vorwürfen zu äussern. Im Weiteren gilt der Grundsatz der Unschuldsvermutung.
  • Zweitens begrüsse ich die Bemühungen des Bundesrates, und von Staatssekretär Ambühl im Besonderen, in dieser Sache eine Lösung zu finden. Ich möchte an dieser Stelle jedoch nicht unnötig Staub aufwirbeln und keine öffentliche Stellungnahme zu diesen Verhandlungen abgeben, deren Inhalt uns nicht im Detail bekannt ist.
  • Drittens sind sich die Schweizer Banken darüber bewusst geworden, dass es nicht genügt, das Schweizer Recht einzuhalten, sondern dass in bestimmten Bereichen und unter bestimmten Umständen auch das ausländische Recht respektiert werden muss. Daher verfügen die Banken im Allgemeinen und die Mitlieder unserer Vereinigung im Besonderen über Handbücher mit den Regeln, die es im grenzüberschreitenden Geschäft einzuhalten gilt.

 

Noch eine Bemerkung. Wenn einerseits die Finanzintermediäre das Gesetz in den Ländern respektieren müssen, in denen sie tätig sind, so muss andererseits dem zunehmenden Trend zu einer extraterritorialen Anwendung der Gesetze eines Landes unbedingt ein Riegel geschoben werden. Eine solche extraterritoriale Anwendung stellt für ein kleines Exportland wie die Schweiz eine unerträgliche Drohung dar.

 

***

 

Wir sind mit drei grossen strukturellen Veränderungen konfrontiert:


  • Der Marktzugang wird immer schwieriger, und der Protektionismus im Finanzbereich nimmt in Form von immer strengeren Vorschriften zum Anlegerschutz und fiskalischen Massnahmen wie dem FATCA immer grössere Ausmasse an.
  • Die Infrastrukturkosten nehmen mit den umfangreichen neuen Regulierungen ebenfalls zu.
  • Das Sparverhalten der privaten Haushalte verändert sich mit der Überalterung der Bevölkerung, insbesondere in Europa.

 

Diese strukturellen Veränderungen, die sich für die Vermögensverwaltung sehr nachteilig auswirken, geschehen im Rahmen einer allgemeinen Infragestellung der Banken.

 

Es muss klar und deutlich gesagt werden: Viele Finanzinstitute haben in den vergangenen zehn Jahren die Tatsache aus den Augen verloren, dass für die Kunden ein Mehrwert geschaffen werden muss. So ist durch Eigengeschäfte, die keine Dienstleistung für den Kunden darstellen (das heisst durch Geld für immer noch mehr Geld) ein Teil der Finanzwelt "vergiftet" worden. Gleichzeitig schnellten vor allem bei den US-Geschäftsbanken die Vergütungen in die Höhe, was zu einem wachsenden Unverständnis in der Öffentlichkeit beitrug.

 

Es ist höchste Zeit, sich diese Tatsache einzugestehen und die Taktik zu ändern. Zu dieser Korrektur gehört meines Erachtens eine klare Unterscheidung zwischen der Geschäftsbank und den Aktivitäten des Retail Banking und der Vermögensverwaltung.

 

Die Schweiz hat mit ihrem "Too big to fail"  Gesetz rasch reagiert. Es braucht aber unbedingt noch einen weiteren Schritt.

 

Dies ist jedoch aus mindestens zwei Gründen nicht einfach: Bestimmte Teilbereiche der Geschäftsbanken sind von allgemeinem Nutzen für die Wirtschaft, und für eine vollständige Trennung würde Kapital benötigt, das in diesen schwierigen Zeiten nicht einfach zu beschaffen ist. Aus diesem Grund würde ich es vorziehen, wenn die Banken diese Massnahmen selber treffen würden, bevor sie vom Gesetzgeber oder der Aufsichtsbehörde dazu gezwungen werden.

 

Im Weiteren liegt ganz klar auf der Hand, dass ein etablierter Finanzplatz für die Wirtschaftstätigkeit eines Landes nützlich ist. So wird bei der Unterscheidung, die allzu oft zwischen der Finanzwelt und der sogenannten « realen Wirtschaft » gemacht wird, die Tatsache übersehen, dass die Unternehmen ohne den Zugang zu möglichst günstigen Krediten und den heute verfügbaren Instrumenten zum Risikoschutz nicht florieren können.

 

Um sich davon zu überzeugen, genügt ein Blick auf die umliegenden Länder.

 

Ein letzter Punkt: Es soll nicht eine gesamte Berufsgruppe, die ihre Kunden korrekt bedient, für die Fehler einiger weniger bestraft werden. Und es soll damit aufgehört werden, das Leben für die Kunden unmöglich zu machen. Diese leiden als erste unter einer Überregulierung, manchmal sogar dann, wenn die betreffenden Vorschriften angeblich zu ihrem Schutz eingeführt wurden.

 

Es ist falsch, die Finanzwelt zu einem Sündenbock für alles uns widerfahrene Leid zu machen.

 

Ich möchte an dieser Stelle einige Punkte klarstellen:

 

  • Erstens ist die Finanzwelt nicht die alleinige Verursacherin der Schuldenkrise, in der wir uns befinden. Für diese Krise sind viele verantwortlich, auch die Bürger, die eine solch masslose Verschuldung der Staaten zugelassen haben. Was soll man von einem Nachbarland halten, das seit nahezu 40 Jahren keinen ausgeglichenen Haushalt mehr ausgewiesen hat?
  • Zweitens sind die Märkte, die heute oft als Diktatur angeprangert werden, nicht anderes als der Spiegel der allgemeinen Stimmung. Die Märkte sind nur ein Handelsplatz, dessen Preise Angebot und Nachfrage widerspiegeln.


Es gibt weder Komplott noch Diktatur. Der Markt ist vielmehr eine Art Thermometer. Und es bringt nichts, diesen zu zerbrechen, wenn man Fieber hat.

 

Welche Reaktionen sind angesichts dieses zunehmend schwierigen Umfelds möglich?

 

1. Wir müssen dafür kämpfen, eine Exportindustrie zu bleiben. Dies gilt vor allem für die Schweiz, und nicht für ihren Finanzplatz. Finanzintermediäre können ihren Standort verlegen, die Schweiz nicht.

 

Um die Exportindustrie zu erhalten, brauchen wir verschiedene Sachen zusammen:

 

- Einen Zugang zu den Märkten
- Hochqualifizierte Mitarbeiter, dank der Personenfreizügigkeit
- Eine hohe Innovationskraft
-

Einwandfreie Dienstleistungen von höchster Qualität, sowohl was die Performance in der Vermögensverwaltung anbelangt, als auch in Bezug auf die Aufmerksamkeit gegenüber unseren Kunden.

 

2. Wir müssen darauf achten, dass die Infrastrukturkosten, deren Zunahme eine direkte Folge der Regulierungsflut ist, auf internationaler Ebene konkurrenzfähig bleiben. Wir müssen darauf achten, dass die Regulierung in vernünftigem Rahmen und umsetzbar bleibt. In diesem Dschungel von Gesetzen und Vorschriften kennen sich heute sogar Spezialisten nicht mehr aus.
3. Wir müssen unser Angebot diversifizieren und der institutionellen Vermögensverwaltung einen grösseren Platz einräumen.

 

 

Um diese drei Ziele zu verwirklichen, muss die Welt nicht neu erfunden werden. Gelegenheiten zum Handeln haben wir, und wir werden sie auch weiterhin haben. Dazu gehören die Revision des Bundesgesetzes über die kollektiven Kapitalanlagen, die Umsetzung der vom Bundesrat in seinem Bericht in Beantwortung des Postulats Graber formulierten Massnahmen vom Dezember 2009 und die Abkommen mit Deutschland und Grossbritannien über eine Abgeltungssteuer für Staatsangehörige dieser Länder mit Konten bei Banken in der Schweiz. Selbstverständlich müssen diese Abkommen – mit dem auf beiden Seiten beschlossenen materiellen Inhalt – noch ratifiziert werden.

 

Mein Kollege Christoph Gloor wird auf den «Graber-Bericht» und die strategischen Stossrichtungen für die Finanzmarktpolitik zurückkommen, die vor zwei Jahren vom Bundesrat festgelegt wurden, denn wir haben festgestellt, dass bei den internen Rahmenbedingungen noch viel zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz zu tun bleibt.

 

Dennoch blicken wir zuversichtlich in die Zukunft. Wir vertrauen auf unsere Trümpfe als Privatbankiers: Auf unser Know-how, auf unsere Qualität und auf unsere Dienstleistungen. Wir vertrauen auf unser Geschäftsmodell. Wir haften unbeschränkt mit unserem Vermögen, wir sind spezialisiert und auf die langfristige Erzielung eines Mehrwerts für unsere Kunden fokussiert.

 

Wir bieten eine einmalige Alternative in der heutigen Bankenlandschaft.

 

Dies wird auch durch unseren Erfolg im abgelaufenen Jahr belegt.

 

© 2012 Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers
12 rue du Général-Dufour, CH-1211 Genf 11
Tel. +41 (0) 22 807 08 04
Fax +41 (0) 22 320 12 89
Kontakt  |  Legal  |  Feedback  |  Sitemap  |  FAQs  |  Karriere